Eine Geschichte über Thomas Edison

Eine Teilnehmerin der Lebensenergie-Konferenz hat mir vor einer Weile die folgende Geschichte geschickt. Ich hatte sie kopiert und wollte sie gleich im Blog posten, aber dann war sie plötzlich verschwunden. Genauso plötzlich ist sie wieder da. Also denn….

Eine Geschichte über Thomas Edison

Eines Tages kam der kleine Thomas Edison von der Schule nach Hause und gab seiner Mutter eine Mitteilung seiner Lehrerin. Er sagte ihr: „Die Lehrerin hat gesagt, dass ich nur dir diesen Brief geben darf.“
Die Augen seiner Mutter waren von Tränen erfüllt, als sie ihm diesen Brief laut vorlas: „Ihr Sohn ist ein Genie. Diese Schule kann ihn nicht entsprechend fördern, da wir nicht genug gute Lehrer haben. Bitte unterrichten sie ihn ab jetzt selbst.“

Viele, viele Jahre später – seine Mutter war längst gestorben und Thomas einer der größten Erfinder seines Jahrhunderts – kramte er in alten Familiensachen. Plötzlich sah er in der Ecke einer Schreibtischschublade diese bewusste Mitteilung seiner ehemaligen Lehrerin und öffnete sie. In dem Brief stand: „Ihr Sohn ist geistig unterbemittelt und wir möchten ihn nicht mehr an unserer Schule unterrichten.“

Edison weinte für Stunden und schrieb in sein Tagebuch: „Thomas Alva Edison war ein geistig unterbemitteltes Kind und wurde durch die heroische Tat seiner Mutter zu einem der größten Genies dieses Jahrhunderts.“

16 Kommentare

  1. Wunderschöne Geschichte.
    Ich habe sie weitergegeben an meinen sohn. Er hat 2 Jungen 14 und 16 Jahre.

  2. Wieslawa Wolfarth

    Ich kenne diese Geschichte auch. Sie ist wunder- wunderschön. Ich bin immer total ergriffen über diesen Inhalt, in dem alles Wesentliche enthalten ist.
    Die Liebe ist eben die alles umfassende Kraft.

    Danke für die Info

  3. Danke für deine Arbeit, Vision. …die Zeit ist reif für Veränderung

  4. Danke für diesen Beitrag!
    In unserem materiellen, auf Reichtum und Macht ausgerichtetem Gesellschaftssystem, nehmen wir meist unser Talent nicht wahr. Wir richten unsere Berufung nicht darauf aus UND verpassen somit in unseren Leben durch unsere evolutionär angelegte Begabung im Arbeitsleben zu wirken. Damit durchleben wir ein gestresstes Arbeitsleben, haben kaum Freude, nicht die Erfüllung im Sein UND die Lebensenergie schwindet – Burnout lässt grüßen 😉
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    Hier eine Geschichte dazu:

    Eines Tages nahm ein Mann seines Sohn mit aufs Land, um ihm zu zeigen wie arme Leute leben. Vater und Sohn verbrachten einen Tag und eine Nacht auf einer Farm einer sehr armen Familie.
    Als sie wieder zurückkehrten, fragte der Vater seinen Sohn „Wie war dieser Ausflug?“
    „Sehr interessant“ antwortete der Sohn
    „Und hast du gesehen, wie arm Menschen sein können?“
    „Oh ja Vater, das habe ich gesehen“ –
    „Was hast Du also gelernt?“ fragte der Vater.
    Und der Sohn antwortete: „Ich habe gesehen, dass wir einen Hund haben und die Leute auf der Farm haben vier. Wir haben einen Swimmingpool, der bis zur Mitte unseres Gartens reicht, und sie haben einen See, der gar nicht mehr aufhört. Wir haben prächtige Lampen in unserem Garten und sie haben die Sterne. Unsere Terrasse reicht bis zum Vorgarten und sie haben den ganzen Horizont.
    Der Vater war sprachlos.
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    Der Zusammenhang zur LebensEnergie:
    Deine Selbst-Wahrnehmung, Deine Gedanken, Dein selbst gelebtes Talent, Dein Glaube an Dich selbst ist Deine Schöpferkraft! Sie bestimmt Dein körperliches und materielles HierSein. Erkenne Dich selbst, Dein in Dir von Geburt angelegtes Potenzial, lebe es voller Zutrauen und Deine Zellen und Dein Umfeld sind gesund.
    Krankheiten, Schicksals-Schläge ist die R-Evolution der Materie, wenn ich gegen die evolutionär angelegte Bestimmung in meinem Leben lebe!
    Die göttlich perfekte Evolution wird mittels der Epigenetik und der Quantenphysik immer begreiflicher – „Gott würfelt nicht“ (von Albert Einstein).

    Wünsche Euch alles Liebe, HerzLICHTst,

    Dieter Theodor aus dem ALL – GÄU

    • eine wundervolle Geschichte DANKE dafür
      Ramona

    • Hallo Dieter Theodor aus dem nähen ALL – GÄU !
      Es gibt auch keinen Zufall und sie kennen sicher auch den SATZ von EINSTEIN
      Wenn die Bienen einmal von der Erde verschwindet , hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben………
      Sie sprechen in ihrem Beitrag von zwei Themen welche ich genauso in
      VOR-ARLBERG verbreite – daher es gibt auch keinen ZU-FALL – sondern es fiel uns zu, dass wir uns jetzt schreiben und ich würde mich freuen – wenn es für Sie stimmig ist, dass wir uns gegenseitig mal austauschen. Bin derzeit gerade an meiner NEUEN Hompage aufbauen daher sende ich Ihnen meine Daten mit. Elisabeth Stark Tel. 0680-4454873 und elisabeth@elisabeth-stark.com. Freue mich auf Ihre Antwort einen Freudvollen Tag aus dem Vorarlberger Ländle Elisabeth

  5. Eine weitere, dazu passende Geschicht (zwar ein bisser`l lang, jedoch stimmig 😉

    Das Herz eines Adlers

    Es waren einmal eine Witwe und ihr kleiner Sohn, die reisten von einem Ort zum anderen und kamen an einer Hühnerfarm vorbei. Der Junge war sehr neugierig und presste sein Gesicht gegen den rostigen Drahtzaun, hinter dem Hunderte von Hühnern eingesperrt waren.
    „Mama, in dem Käfig da ist ein merkwürdiger Hahn. Er gleicht den anderen überhaupt nicht.“
    Als die Mutter den Vogel ansah, auf den ihr Sohn zeigte, kam ein dünner Mann in schmutziger Kleidung näher.
    „Was macht ihr mit meinen Hühnern?“ brummte er.
    „Wir schauen sie nur an. Aber könnten Sie uns etwas über diesen seltsamen Vogel sagen, der dort in der hinteren Ecke kauert? Mir scheint, dass er ganz anders ist als die übrigen Hühner. Ich glaube fast, es könnte ein junger Adler sein.“
    „Unsinn“, antwortete der Farmer. „Ich hatte ihn schon als winziges Küken. Er verhält sich wie ein Hahn und frisst wie ein Hahn, also ist er ein Hahn.“
    „Dürfen wir in den Käfig, um selbst nachzusehen?“
    „Meinetwegen“, sagte der Farmer.
    Die Frau und ihr Sohn bückten sich, um durch die behelfsmäßige Tür zu gelangen. Die Frau kniete nieder und packten den jungen Vogel.
    „Du bist ein Adler, kein Hahn. Du kannst fliegen. Du kannst frei fliegen!“
    Sie hielt ihn über ihren Kopf und warf ihn in die Luft. Der Vogel flatterte kurz mit den Flügeln, fiel dann aber mit dem Schnabel zu Boden und begann sofort nach Futter zu scharren. Der Farmer, der Mutter und Sohn von der anderen Seite des Zaunes beobachtete, grinste.
    „Ich habe es Ihnen ja gesagt. Der Vogel ist nur ein Hahn, ein ganz gewöhnlicher Hahn. Sie verschwenden Ihre und meine Zeit!“
    Als der Mann ihnen den Rücken zudrehte, rief der Junge:
    „Entschuldigen Sie, Mister, aber würden Sie uns den Vogel vielleicht verkaufen? Da er nur ein einfacher Hahn ist, wird er Ihnen sicher nicht fehlen.“
    „Mir ist es recht. Ich will fünf Dollar.“
    Die Frau wusste, dass das viel zu teuer war, aber angesichts der bettelnden Augen ihres Sohnes gab sie dem grinsenden alten Mann das Geld. Der Junge hob das Tier an sein Brust, kletterte aus dem Käfig und rannte die staubige Straße entlang. Seine Mutter folgte ihm auf einen kleinen Hügel hinauf.
    „Was tust du hier, mein Sohn?“
    Er antwortete nicht. Stattdessen hob er den jungen Vogel in die Höhe, soweit seine Arme reichten und redete in flehendem Ton auf ihn ein:
    „Du hast das Herz eines Adlers. Ich weiß es. Du bist ein wunderbares Geschöpf. Deine Bestimmung ist es, frei zu sein. Breite deine Flügel aus, folge deinem Herzen und fliege. Bitte Adler, flieg!“
    Eine leichte Brise zerzauste die Federn des Vogels. Die Frau hielt den Atem an, als ihr Sohn den Vogel in die Luft warf. Der Vogel breitete seine Flügel aus und schaute auf die Frau und den Jungen hinunter. Als würde er von ihren stummen Gebeten getragen, erhob er sich zitternd in die Luft und glitt dann geschmeidig in einem weiten Kreis über sie dahin, über die Farm und über das ganze Tal.
    Die Frau und ihr Sohn sahen den Adler nie wieder. Sie fanden nie heraus, wohin sein Herz ihn geführt hatte. Sie wussten nur eines: Er würde nie wieder als Hahn leben. Nie wieder.
    Afrikanisches Volksmärchen aus „Wie Kinder lernen“ von Dawna Markova VAK Verlag für Angewandte Kinesologie GmbH, Freiburg im Breisgau;

    • Diese Geschichten haben mich weinen gemacht! Sie treffen mitten in mein Herz und ich fühle mit den jeweiligen Akteuren – vor allem mit denen, die spüren und „wissen“ was zu tun ist.
      Wie wunderbar, dass es solche Geschichten gibt! Ich würde gerne ein ganzes Buch davon haben!

      • Liebe Gunhild,
        solche Bücher gibt es. Z.B. „Hühnersuppe für die Seele“, herausgegeben von Jack Canfield und Mark Victor Hansen, wenn ich nicht irre. Eine ganze Serie zu verschiedenen Themen. Eine wunderbare Gute-Nacht-Lektüre, liegt neben meinem Bett.
        Alles Liebe, Beate

  6. Der Adler erkannte seine Fähigkeiten unter den Hühnern nicht. Sein Herz hatte nie fliegende Hühner gesehen – also auch nie die Sehnsucht nach mehr Freiheit gespürt.
    „Wenn du schaffst, siehst du die kleinen Dinge. Wenn du inne hältst du auf die Sache siehst, erkennst du fas Zusammenspiel aller Dinge“
    Der Junge war des Adlers Rettung und führte ihn seiner Bestimmung zu.
    Danke für diese schöne Geschichte, Dieter.

  7. Auch ich (Gunhild) möchte euch zwei wunderbare Geschichten schenken:

    Ich liebe mich – Eine Indianerin pflegte meiner Mutter stets ein paar Rebhuhneier oder eine Hand voll Waldbeeren mitzubringen. Meine Mutter sprach kein Araukanisch mit Ausnahme des begrüßenden „Mai-mai“, und die Indianerin konnte kein Spanisch, doch sie genoss Tee und Kuchen mit anerkennendem Lächeln. Wir Mädchen bestaunten die farbigen, handgewebten Umhänge, von denen sie mehrere übereinander trug. Wir wetteiferten bei dem Versuch, den melodischen Satz zu behalten, den sie jedes Mal zum Abschied sagte. Schließlich konnten wir ihn auswendig, ein Missionar hat ihn uns übersetzt: „Ich werde wieder kommen; denn ich liebe mich, wenn ich bei euch bin.“
    Der Holzstoß – Kathi spielte an den großen Holzstößen am Abhang. Es war eine Unternehmung auf eigene Faust, und das Spiel am Winterholz gegen den Willen der Eltern. Das Dorf, in dem sie lebte, war abseits der großen Städte, und die Bewohner pflegten eine eigene Denkweise, die von vielen nicht nachvollzogen werden konnte. Alle im Dorf waren glücklich, und die besten Handwerker und die tüchtigsten Frauen stammten gerade aus diesem Dorf.
    Kathi turnte auf den Stämmen, und dabei musste sich eine Sperre gelockert haben, und alle Stämme fingen an zu rollen. Im letzten Augenblick konnte sie noch zur Seite springen und stand nun da und musste zuschauen, wie der ganze Holzvorrat für den Winter den Hang hinunter polterte und unten in den reißenden Strom fiel. Ein Stamm nach dem anderen. Es wurde ihr sofort klar, dass die kurze Zeit bis zum Winter nie reichen würde, um wieder ausreichend Holz für alle zu schlagen. Diesen Winter müssten sie alle frieren, vielleicht sogar erfrieren.
    Kathi lief weg und versteckte sich. Sie wollte nie mehr nach Hause gehen. Ständig machte sie sich die größten Vorwürfe, dass sie trotz des Verbotes dort spielte. Selbst hätte sie auch so gescheit sein müssen und…..
    Es war schon dunkel, als sie sich nun doch entschloss, heimzugehen und alles zu beichten. Als sie sich dem Dorf näherte, sah sie schon von weitem, dass eine große Runde um das Feuer saß und schweigend wartete. Ihr fiel das Herz in die Hosentasche, sie ging aber mutig weiter. Als man sie wahrnahm, erhob sich der Älteste der Runde und ging auf sie zu, umarmte sie und hielt sie eine Zeit schweigend fest in seinen Armen. Dann sprach er: 
    „Ich liebe dich, und ich bitte dich, liebe auch du dich selbst.
     Ich verzeihe dir, und ich bitte dich, verzeihe auch du dir selbst.
    (siehe oben) Ich segne dich, und ich bitte dich, segne auch du dich selbst.“
    Während er diese drei Sätze sagte, schaute er ihr fest in die Augen. Dann ließ er sie los und ging zurück zur Runde. Von da kam schon der Zweitälteste auf sie zu, umarmte sie ebenfalls und sagte: (siehe oben)
     So ging es weiter, bis alle vierunddreißig Erwachsenen bei ihr waren. Dann wurde sie in die Runde der Erwachsenen gebeten. Es war das erste Mal, dass sie in dieser Runde sein durfte. Sie musste genau erzählen, wie es sich zugetragen hatte. Dann wurde beraten. Es wurde darüber gesprochen, dass es ein Fehler war, das Holz so dicht am Abhang zu lagern, und dass die Zeit bis zum Wintereinbruch viel zu kurz war, um neues Holz zu machen. Dann wurde beschlossen, dass dieses Jahr sich alle auf das Haupthaus beschränken, worin auch alle schlafen sollten. Die Absicht, für die sieben Häuser der sieben Familien alle Holz zu machen, wurde vollkommen aufgegeben. Auch wurde immer wieder nach dem Geschenk gefragt, das wohl in diesem Vorfall versteckt sei, andere sagten, was die gute Seite an diesem Unglückwohl sein möge. Kathi hörte das wohl, konnte aber nichts damit anfangen. Sie war fürs erste froh, dass sie nicht geschimpft wurde. Sie konnte sogar das Verzeihen der anderen annehmen und glauben, hatte es doch jeder einzelne zu ihr gesagt „Ich verzeihe dir“ und jeder hatte es aus ganz aufrichtigem Herzen zu ihr gesagt, aber der zweite Teil „Ich bitte dich, verzeihe auch dir selbst“, das fiel ihr so schwer, sie konnte es nicht, immer wieder machte sie sich Vorwürfe.
    Es war einige Zeit seit dem Vorfall vergangen, der Winter kam früher als erwartet, und die großen Schneemassen hatten alles unter sich begraben. Der Holzvorrat war so knapp, dass er nur reichte, wenn ganz sparsam damit umgegangen wurde. Aber dieser Mangel war nirgends zu spüren. Alle lebten im Gemeinschaftshaus, und die Körper der Leute heizten mit, so dass auch bei kleinem Feuer eine angenehme Temperatur herrschte. So einen schönen, lustigen Winter hatte es noch nie gegeben. Es wurde viel miteinander gesungen, gespielt, Geschichten erzählt und gelacht. Alle waren glücklich und immer wieder konnte man hören: „Gut, dass Kathi das Holz ins Wasser rollen ließ. Immer und immer wieder wurde dieser Umstand ganz besonders erwähnt, und das gab ihr mit der Zeit die Kraft, dass sie ihre Selbstvorwürfe aufgeben konnte. Sie sah und erlebte es, es war der schönste Winter ihres Lebens. Wäre das Holz nicht vernichtet worden so hätten sie, wie alle Jahre vorher, getrennt, jede Familie in ihrem eigenen Häuschen eingeschneit diese lange Zeit mit Handarbeiten verbringen müssen. Wie herrlich ist doch eine so große Gemeinschaft.
    Als sie alle Selbstvorwürfe aufgeben konnte, fing sie auch an zu begreifen, was mit dem Geschenk in dem Unglücksfall gemeint war. Es war wirklich ein Geschenk; denn die Gemeinschaft hatte beschlossen, dass auch im nächsten Winter wieder alle im Gemeinschaftshaus leben sollten, dadurch würden nicht nur die Winter schöner und kurzweiliger, sondern die Zeit konnte auch genutzt werden, um die Kleinen in die verschiedensten Handwerkstechniken einzuführen. Von den Männern wurde besonders freudig festgestellt, dass sich die Zeit, um das Winterholz zu schlagen, verkürzt. Statt 4 Monate sind es nur noch 3 Wochen. Sie sparen sich 9 Wochen schwerste Waldarbeit – dank Kathi.
    Seit dem (Un)Glückstag durfte Kathi bei den Beratungen der Erwachsenen teilnehmen. Es gab immer wieder Situationen, in denen in der Gemeinschaft etwas geschah, was auf den ersten Blick furchtbar war. Die Erfahrung u. Denkweise der Gemeinschaft waren es, dass überall ein Geschenk enthalten ist. Davon ist nun auch Kathi überzeugt, und es ist ihr zur Gewissheit geworden. Meistens waren es junge Mitglieder der Gemeinschaft, denen ein Missgeschick widerfuhr. Wenn sie dann an der Reihe war, den Betroffenen zu umarmen, dann konnte sie aus innerster Überzeugung, mit ruhiger, fester Stimme sagen: „Ich verzeihe dir, und ich bitte dich, verzeihe auch du dir selbst.“
    Dieser Brauch, den Verursacher vollkommen zu entlasten, wurde auch weiterhin gepflegt. Jeder einzelne Dorfbewohner geht auch heute noch hin, drückt den anderen und sagt ihm diese drei Sätze:
    „Ich liebe dich, und ich bitte dich, liebe auch du dich selbst.
    Ich verzeihe dir, und ich bitte dich, verzeihe auch du dir selbst.
    Ich segne dich, und ich bitte dich, segne auch du dich selbst.“ 
     
    Lena Lieblich

  8. Gunhild: Beim Kopieren habe ich nicht darauf geachtet, das zwischen den beiden Geschichten „Ich liebe mich …“ und „Der Holzstoß“ einen Absatz zu machen. Aber ihr werdet es sicher selbst gemerkt haben, dass beim „Holzstoß“ die zweite Geschichte beginn.

  9. Und noch eine! (Gunhild)

    • (Gunhild)
      Buch von Thomas d’Ansembourg, „Endlich ich sein“, Herder Freiburg, ISBN 978-3-451-28397-0.
      (Erzählung im Kapitel „Beobachten – ohne zu urteilen oder zu interpretieren“ auf Seite 74)

      „Ein armer Chinese erregte den Neid seiner reichen Landsleute, weil er ein außergewöhnliches
      weißes Pferd besaß. Jedes Mal, wenn jemand ihm ein wahres Vermögen für den Schimmel bot,
      antwortete er: „Das Pferd ist viel mehr für mich als nur ein Tier, es ist ein Freund, ich will es nicht
      verkaufen.“
      Eines Tages war das Pferd verschwunden. Die Nachbarn versammelten sich vor dem leeren Stall und verkündeten ihre Meinung: „Armer Dummkopf, wir haben ja geahnt, dass man dir eines Tages dieses Pferd stehlen würde. Warum hast du es nicht verkauft? Was für ein Unglück!“
      Der Bauer äußerte sich vorsichtiger: „Wir wollen nichts übertreiben“, sagte er. „Sagen wir, dass das Pferd nicht mehr im Stall steht. Das ist eine Tatsache. Wie können wir wissen, ob das ein Glück oder ein Unglück ist? Wir kennen nur ein Bruchstück der Geschichte. Wer weiß, was kommen wird?“
      Die Leute machten sich über den alten Mann lustig. Sie hielten ihn schon seit langem für einfältig.
      Zwei Wochen später kam der Schimmel zurück. Er war nicht gestohlen worden, er war nur in die
      Wildnis gelaufen und brachte von seinem Ausflug ein Dutzend wilder Pferde mit.. Die Dorfbewohner
      versammelten sich erneut:
      „Du hattest Recht, es war kein Unglück, es war ein Segen“.
      „So weit würde ich nicht gehen“, erwiderte der Bauer. „Begnügen wir uns damit zu sagen, dass das
      weiße Pferd wieder da ist. Können wir wissen, ob das ein Glück oder ein Unglück ist? Es ist nur eine
      Episode. Kann man den Inhalt eines Buches kennen, wenn man nur einen einzigen Satz liest?“

      Die Dorfbewohner gingen jeder ihrer Arbeit nach, überzeugt, dass der alte Mann Unsinn redete.
      Zwölf schöne Pferde geschenkt zu bekommen, das war doch ohne Zweifel ein Geschenk des Himmels. Wer konnte das leugnen?

      Der Sohn des Bauern übernahm die Aufgabe, die wilden Pferde zuzureiten. Eines der Pferde warf ihn ab und verletzte ihn schwer. Die Dorfbewohner kamen wieder und äußerten ihre Meinung: „Armer Freund!
      Du hattest Recht, die wilden Pferde haben dir kein Glück gebracht. Jetzt ist dein einziger Sohn ein Krüppel. Wer wird dir dann in deinen alten Tagen helfen? Du bist wirklich zu bedauern“.
      „Wir werden sehen“, antwortete der Bauer, „seid nicht voreilig. Mein Sohn kann seine Beine nicht
      mehr gebrauchen, das ist alles. Wer sagt, was uns das gebracht hätte? Das Leben zeigt sich uns in
      kleinen Abschnitten und keiner davon kann die Zukunft vorhersagen.“

      Einige Zeit später brach Krieg aus und alle jungen Männer wurden zur Armee eingezogen, außer dem Invaliden.
      „Alter Mann“, klagten die Dorfbewohner, „du hattest Recht, dein Sohn kann nicht mehr laufen, aber
      er bleibt bei dir, während unsere Söhne im Krieg sterben werden“.
      „Ich bitte euch“, erwiderte der Bauer, „urteilt nicht so schnell. Eure Söhne werden zur Armee eingezogen, meiner bleibt zu Hause, mehr können wir nicht sagen. Gott allein weiß, ob es gut oder schlecht ist.

  10. Ich danke Euch allen, Ihr Lieben! So wundervolle Geschichten! Ich muss die ganze Zeit weinen, alles in mir beginnt zu fließen. Und meine Tränen reißen allen Kummer mit. Tausend Dank!

    Katrin

  11. Lieben, lieben Dank! Mir geht es genau wie Katrin …..

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