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Prof. Dr. med. Jörg Spitz –  
Die lebenslange Bedeutung der Ernährung und weiterer positiver und negativer Umweltfaktoren für unsere Gesundheit

Dass die Ernährung einen ganz wesentlichen Einfluss auf unsere Gesundheit hat, ist ja an sich nichts Neues. Neu ist allerdings die Bedeutung der Genetik in diesem Zusammenhang. Damit sind allerdings nicht die Genmanipulationen von Monsanto und Co. gemeint, die immer noch behaupten, mit ihren „Erfindungen“ die Welt vor dem Verhungern zu retten. Vielmehr handelt es sich um das natürliche „Gen Tuning“, die Epigenetik, die derzeit Gegenstand intensiver Forschungsbemühungen ist. Um diesen Zusammenhang zu verstehen, müssen wir weit zurückgehen in der Geschichte der Menschheit und uns den Zusammenhang zwischen Evolution und Umwelt klarmachen.

Bedauerlicherweise findet sich der Begriff Umwelt derzeit meist in den negativen Schlagzeilen der Medien. Dabei sind die positiven Faktoren aus der Umwelt (Ressourcen) mindestens so wichtig wie die negativen Faktoren, denn beide beeinflussen die „Nische der Evolution“, in der der Mensch entstanden ist. Dieser Prozess der Evolution läuft seit Milliarden von Jahren eigentlich hervorragend und hat letztendlich zum „Produkt Mensch“ mit seinen bis dahin unerreichten Eigenschaften und Fähigkeiten geführt. Zu diesen Eigenschaften zählt allerdings auch die Möglichkeit, seine Umwelt zu verändern und davon hat der Mensch in den letzten Jahrzehnten reichlich Gebrauch gemacht – einschließlich der industriellen Produktion seiner Nahrungsmittel.

Leider hat er dabei aus Unkenntnis (oder Gier?) nicht berücksichtigt, dass die Umwelt ja einen direkten Einfluss auf seinen Körper hat und die elementaren Steuerungsvorgänge dort beeinflusst. Hätte er diese Umwelt „artgerecht“ verändert, hätte dies den Prozess der Evolution weiter gefördert und sich positiv auf die Potenzialentfaltung des einzelnen Menschen und der Gesellschaft ausgewirkt. Stattdessen hat er jedoch hemmungslos nach Gewinn strebend „vor sich hin gewerkelt.“ Albert Schweitzer hat bereits vor Jahrzehnten gewarnt: „Wir leben in einem gefährlichen Zeitalter. Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat, sich selbst zu beherrschen“.

Der gerne so genannte „technische Fortschritt“ hat einerseits zu einer Verseuchung der natürlichen Umwelt mit zahllosen „nicht historischen Elementen“ wie Schwermetallen, Pestiziden, Herbiziden und Antibiotika sowie der Produktion wertloser oder gar schädlicher Nahrungsmittel geführt. Andererseits ist es auch zu einem Verlust zahlreicher positiver Einflussfaktoren (Ressourcen) in der natürlichen Umwelt gekommen (Natur-Defizit-Effekt, siehe Tabelle). Dass diese Lebensstilfaktoren ein Einfluss auf die Gesundheit haben, ist, wie bereits erwähnt, schon länger bekannt. Brandneu ist jedoch, dass fast alle dieser Faktoren auch epigenetische Effekte haben, d. h. die Steuerung und Nutzung unserer Gene durch die Zellen beeinflussen. Bezeichnenderweise gehören auch unsere Nahrungsmittel (Ernährungsumwelt) zu diesen Faktoren. Entsprechend bestimmt die Auswahl der Lebensmittel gesundheitsfördernde oder –schädigende Faktoren. Insofern ist es eben nicht gleichgültig, ob man sich vorzugsweise von „Junk-Food“ oder Nahrungsmitteln aus ökologischem Landbau mit anerkannten positiven lebensverlängernden Effekten ernährt. Ob es ich dabei um den oft als Beilage gewählten Brokkoli, süße Himbeeren oder ein indisches Gewürz wie Kurkuma (Gelbwurz) handelt, alle diese Lebensmittel haben eines gemeinsam, sie helfen dem Körper sich gegen unvermeidbare Schadeinflüsse zu wehren oder diese zu kompensieren. Damit erfährt die 2000 Jahre alte Empfehlung von Hippokrates „Eure Nahrung soll eure Medizin sein“ nun eine wissenschaftliche Untermauerung.

Diese bahnbrechenden Erkenntnisse haben nicht nur Konsequenzen für die Einschätzung der Bedeutung unseres Lebensstils für die Gesundheit, sondern rütteln auch an den Grundfesten zahlreicher medizinischer Doktrinen – so auch der Krebsentstehung. Es ist also nicht nur der primäre Genschaden, der zu Entwicklung eines bösartigen Tumors führt. Vielmehr führen die veränderten Umwelteinflüsse zu einer Vielzahl von Steuerungs- und Funktionsstörungen im menschlichen Körper, die den bösartigen Tumor entstehen und wachsen lassen – zumindest zum Teil auch durch epigenetische Einflüsse. So handelt es sich zum Beispiel bei dem bekannten „Krebs Gen“ BRAC1, das für die Entstehung der bösartigen Tumoren der Brustdrüsen bei einigen Frauen verantwortlich gemacht wird, nicht um ein primär bösartiges Gen, sondern um die epigenetische Abschaltung eines ursprünglichen Reparatur-Gens für unsere Erbsubstanz. Dies bedeutet, weil der ursprünglich vorhandene (evolutionär entwickelte) Reparaturmechanismus in der Zelle nicht mehr funktioniert, steigt das Risiko für eine Krebserkrankung. Dis ist eine ganz andere Aussage, als zu behaupten, dass diese Gen-Variante bei seiner Trägerin Krebs verursacht. Warum und wann dieses Gen bei diesen Frauen epigenetisch ausgeschaltet worden ist, bedarf noch der Abklärung.

Zu den epigenetisch relevanten Faktoren gehören aber auch und vor allem mentale Einflüsse, denn in der sozialen Umwelt finden sich zahlreiche Faktoren, die für die Steuerung unseres Körpers die gleiche Bedeutung haben wie die Faktoren aus der technischen Umwelt (Abb.1). Im Klartext bedeutet dies, dass für unsere Gesundheit die Partikel von Dieselabgasen in der Luft genauso abträglich sind wie die „böse Schwiegermutter auf dem heimischen Sofa“ oder eine andauernde Konfliktsituation am Arbeitsplatz Die Konsequenzen sind jeweils Störungen in der Steuerung unseres Körpers, an der das Gehirn ganz wesentlich beteiligt ist.

Aus diesen Erkenntnissen lässt sich ableiten und mit Studien belegen, dass überwiegende Teile der uns so sehr quälenden chronischen Krankheiten ihren Namen „Zivilisationskrankheiten“ zu Recht tragen und hausgemacht sind, d.h. auf einen nicht mehr artgerechten Lebensstil in einer nicht mehr artgerechten Umwelt zurückzuführen sind. Weder Demenz noch Krebs sind daher unabänderliche Schicksale, sondern die Folge einer langanhaltenden Störung der Steuerung unseres Körpers in einer veränderten (unmenschlichen) Umwelt. Dabei ist der Einfluss auf unsere Gesundheit umso größer, je früher im Leben er beginnt. Damit kommt der Schwangerschaft und den ersten Jahren der Kindheit eine besondere Bedeutung bei der Entwicklung von Zivilisationserkrankungen im späteren Leben zu (Developmental Origin of Health and Disease, DoHaD).

Was geschehen ist, lässt sich als Ereignis nicht rückgängig machen. Aber die Gestaltung der Zukunft liegt in unserer Macht: Für die Prävention solcher Erkrankungen war schon länger klar, dass die Lebenswelt/Umwelt und der damit verbundene Lebensstil ganz entscheidend beteiligt sind. Doch neue Untersuchungen machen deutlich, dass es möglich ist, auch bereits eingetretene Erkrankungen am Fortschreiten zu hindern oder gar zu heilen. Die Voraussetzung dazu ist mit einer Bündelung von unterstützenden Lebensstilmaßnahmen verbunden. Dies trägt zu einer veränderten und artgerechteren Lebenswelt bei und schafft dadurch die Voraussetzungen, die gestörten oder verlorenen gegangenen epigenetischen Einflüsse auf unseren Körper wieder zu normalisieren.

Die Normalisierung der Interaktion von Umwelt/Lebenswelt mit unserem Körper ist auch eine Erklärung für das Geheimnis der „Spontanheilungen“, die immer wieder beobachtet werden und aufgrund dieser Erkenntnis zukünftig noch häufiger auszulösen sein werden. Ebenso haben wir offensichtlich mit dieser Erkenntnis auch den Mechanismus für die Wirkungsweise des „inneren Arztes“ gefunden, der bereits bei den alten Griechen bekannt war.

Grafik Umwelteinflüsse Prof. Spitz-Artikel Lebenswelten des Menschen und ihr Einfluss auf seinen „Mikrokosmos“

 

Für die zukünftige Entwicklung der Gesundheit der Bevölkerung wird es somit von entscheidender Bedeutung sein, Wege zu finden, unsere Lebenswelt wieder artgerechter zu gestalten, da ein vollständiges „zurück in die Steinzeit, das bedeutet in die evolutionäre, natürliche Lebenswelt“ im 21. Jahrhundert kaum möglich und auch nicht wünschenswert sein dürfte. Dies betrifft sowohl die Arbeitswelt als auch die soziale Welt (Abb.1). Einer gesunden Ernährung kommt in diesem Kontext wegen der multiplen Interaktionen eine besondere Bedeutung zu – und zwar von der Wiege bis zur Bahre. Erste Ansätze für solche Entwicklungen finden sich zum Beispiel in der „Paleo-Bewegung“, die versucht, zusätzlich zu der Ernährung weitere positive Lebensstilfaktoren aus der Steinzeit wieder zu reaktivieren und in die Neuzeit zu übertragen bzw. zu integrieren..

Eine Fülle von weiteren Informationen zum Thema Gesundheit und Ernährung wird kurzfristig im Rahmen einer Veranstaltung am 20. September in der Urania in Berlin angeboten: http://www.urania.de/die-lebenslange-bedeutung-der-ernaehrung-fuer-unsere-gesundheit

urania-vortrag-spitz


Prof. Dr. Jörg Spitz
Prof. Dr. Jörg Spitz, Professor für Nuklearmedizin an der Universität Mainz, Gründer der Akademie für menschliche Medizin, Fachbuch-Autor, Experte der Lebensenergie-Konferenz: zum Expertenprofil


Prof. Dr. Jörg Spitz
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Stiftung: www.dsgip.de

Ein Kommentar

  1. Ich moechte ein vortrag ueber Ernaehrung und gesundheit bei euch machen.bin Dr.md&Gedundheitspraktiker von deutchland mit 25 buecher und heufen Cd&
    DVD in meine Himat Iran veroefentlicht.
    Lg.mashal

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